Tagesfahrt am 5. August 2017 nach Franken

Liebe Collegiatinnen und Collegiaten,
statt zum Kaiserstuhl nach Franken: wir haben umgeplant, da in Südbaden uns kein Hotel für eine Nacht nehmen wollte, leider ein Trend in allen Weinanbaugebieten, der Zweitagesreisen erschwert.
Als Franken-Gebietsbeauftragter freue ich mich, die Collegiaten und ihre Gäste zu einer eintägigen Wein-, Genuss- und Kulturfahrt in das Mainfränkische einladen zu dürfen.
Mit der Abtei Münsterschwarzach besuchen wir eines der bedeutendsten Klöster im deutschsprachigen Raum. Im Jahr 1913 gründeten Missionsbenediktiner aus St. Ottilien das 1803 unter Napoleon aufgehobene Kloster Münsterschwarzach neu. Damit setzte sich in Schwarzach am Main eine fast 1200 Jahre alte Klostertradition fort. Insgesamt gehören zur Abtei Münsterschwarzach 125 Mönche. Davon leben 90 Mönche in der Abtei – unter ihnen der prominente geistliche Autor Anselm Grün – und den abhängigen Häusern, 35 Mönche leben in den Missionsklöstern in aller Welt. Für die Region Mainfranken ist die Abtei geistliches Zentrum, aber auch ein touristisch sowie wirtschaftlich bedeutender Faktor mit seinen 20 Klosterbetrieben. Rund 10.000 Übernachtungsgäste im Gästehaus sowie über 200.000 Tagesbesucher zeugen davon.

Erst 1999 hat Rudolf May sein Weingut in Retzstadt, gelegen in einem Seitental des Mains, nördlich von Würzburg beim Gramschatzer Wald, gegründet. Heute ist sein Weingut VDP-Mitglied und nach meinem Eindruck einer der qualitativ führenden Betriebe in Franken. „Mays Silvaner-Kollektion ist für uns die beste des Jahres mit einem großartigen Großen Gewächs aus dem Himmelspfad an der Spitze“ (Gault Millau 2016). Auf 13 ha Anbaufläche im Retzstadter Langenberg und im Thüngersheimer Johannisberg, mehrheitlich als Große Lage und Erste Lage nach VDP klassifiziert, wachsen mit viel Handarbeit gepflegte Reben, neben den fränkischen Klassikern auch Weißburgunder, Grauburgunder und Spätburgunder. Im Keller werden die Weine nur durch Schwerkraft bewegt und durch „ kontrolliertes Nichtstun“ der natürlichen Gärung und langer Fassreifung überlassen. Das Ergebnis sind ungemein klare, substanzreiche und reintönige Frankenweine, die Sorten- und Gebietstypizität auf das Beste ausdrücken. Mit unserer Weinprobe ist ein fränkischer Imbiss verbunden.

Nach unserer Klosterführung besuchen wir ein zweites renommiertes VDP-Weingut: Glaser-Himmelstoß. „Im Muschelkalk verwurzelt“ lautet das sympathische Motto der Glasers, in deren Familienbetrieb heute Tochter Julia frischen Wind bringt. Durch Heirat 1977 zusammengeführt, verbindet das Weingut Lagen in Nordheim, Volkach und Dettelbach. In unserer Probe wollen wir den unterschiedlichen Lagen im Vergleich nachschmecken. Auf der VDP-Präsentation in Würzburg stellte mir Julia Glaser sehr gelungene Grauburgunder und Silvaner aus Dettelbach vor, fränkisch trocken und mit viel Ausdruck. Eine besondere Stärke des Guts sind seine edelsüßen Weine aus dem Nordheimer Vögelein. Und man hat den Mut zu Innovationen: Orangeweine, das sind auf der Beerenschale spontan vergorene Weißweine.

Die Probe in Dettelbach leitet über in ein Abendessen im Restaurant Himmelstoß, in dessen lauschiger Weinlaube uns Roman Krückel mit feiner fränkischer Regionalküche bewirten wird. Dazu können wir ausgewählte Frankenweine als Essensbegleiter genießen.

Die Teilnahmegebühr für dieses Tagesprogramm beträgt 175 €. Sie ist bei Anmeldung auf das nachstehend angegebene Konto des Collegium Vini zu überweisen: Postbank PBNKDEFF IBAN DE96 4401 0046 0988 9904 62. Bitte melden Sie sich wie immer per E-Mail an Frau Gerda Machau an.

Ich freue mich darauf, viele von Ihnen auf unserer Fahrt nach Franken wieder zu treffen.

Mit den besten Grüßen
Ihr
gez. Dr. Klaus Schubäus

Ablauf der Tagesfahrt nach Franken am 5.8.2017
8.30 h Abfahrt in Friedrichsdorf
9.00 h Abfahrt in Frankfurt, Südseite Hauptbahnhof
11.00 h Weinprobe im Weingut Rudolf May in Retzstadt mit anschließendem Imbiss
15.00 h Führung in der Abtei Münsterschwarzach
17.00 h Weinprobe im Weingut Glaser-Himmelstoß in Dettelbach
18.30 h Essen im Restaurant Himmelstoß
20.30 h Rückfahrt
ca. 22.30 h Ankunft in Frankfurt
ca. 23.00 h Ankunft in Friedrichsdorf

Menü für das Collegium Vini mit Weinen des Weinguts Dr. Hermann, Erden / Mosel

Unsere Tagesfahrt an die Mosel war schneller ausgebucht als ich eine Flasche Wein öffnen kann. Damit auch die Daheimgebliebenen das Menü nachvollziehen und die Mitreisenden vor Vorfreude platzen können, stellen wir hier das Menü und die jeweiligen Weine ausführlich vor.

Zum Abendessen werden wir im Ortsteil Bernkastel im Restaurant Graacher Tor erwartet, das sich durch seine ideenreiche regionale Küche auszeichnet. Abgerundet wird das dortige 3-Gang-Menü mit Erdener und Ürziger Weinen aus dem Weingut Dr. Hermann (vier Trauben Gault Millau), die uns unser Collegiat Herr Dr. Thees und der Seniorchef des Weinguts, Herr Rudi Hermann, vorstellen werden.

2016er Ürziger Würzgarten Kabinett 10,00 €
2016er Erdener Treppchen Kabinett Fuder 6 10,50 €
2016er Wintricher Geierslay Kabinett (Dr. Hermann & Steinmetz) 12,50 €

Sülze von der geräucherten Forelle

2016er Dr. Hermann Riesling trocken 7,20 €

*****
2016er Erdener Herzlei Spätlese 18,50 €
2015er Ürziger In der Kranklay Spätlese 17,00 €

*****
„Sauerkraut Royale“ – Entenbrust trifft Wildschweinbratwurst

2016er Erdener Treppchen Kabinett feinherb 10,50 €
2016er Erdener Treppchen feinherb Goldkapsel 22,00 €

*****
2015er Erdener Treppchen Auslese 28,00 €

Weincreme im Windbeutel mit marinierten Erdbeeren

Kaffee oder Espresso

Einladung zur Tagesfahrt an die Mosel am 13. Mai 2017

Du Strom, dich umrahmen weintragende Höhen, wo Bacchus lässt reifen schön duftenden Wein…

Mit den die Mosellandschaft beschreibenden Worten des römischen Dichters Ausonius über dem Bild der Zeltinger Sonnenuhr möchte ich Sie zu einer Tagestour an die Mosel herzlich einladen. Die erste Anlaufstelle direkt am Flussufer inmitten der Felsen des Erdener Treppchens wird die römische Kelteranlage von Erden sein. Der Vorsitzende des Fördervereins der Römerkelter, Herr Stefan Justen, der das renommierte Weingut Meulenhof (drei Trauben Gault Millau) in Erden betreibt, wird uns einen Einblick in die fast 2000jährige Historie dieser Anlage geben. Dabei haben wir Gelegenheit, eine Auswahl seiner Weine aus Erden und Wehlen zu verkosten. Nach Stärkung mit einem Imbiss führt uns der Weg moselaufwärts an den imposanten Riesling-Steillagen von Erden und Ürzig vorbei. Nach wenigen Minuten erreichen wir die jüngst mit einem Architekturpreis gekrönte Vinothek des Weinguts Markus Molitor (vier Trauben Gault Millau).
Dort erwartet uns eine repräsentative Probe, natürlich mit Weinen der exzellenten Lagen von Zeltingen, Wehlen, Graach und Bernkastel. Ein Motto des Weinguts lautet „Reife statt Öchsle“. Ich bin sehr gespannt darauf, mit Ihnen zusammen zu erkunden, wie sich diese Philosophie in den Weinen zeigt. Die nächste Anlaufstelle an der Mosel wird Bernkaste)-Kues sein. Im Ortsteil Kues erhalten wir eine individuelle Führung durch das von Nikolaus von Kues im 15. Jahrhundert gestiftete Cusanusstift, ein Kleinod feiner gotischer Baukunst an der Mosel.
Zum Abendessen werden wir im Ortsteil Bernkaste) im Restaurant Graacher Tor erwartet, das sich durch seine ideenreiche regionale Küche auszeichnet. Abgerundet wird das dortige 3-Gang-Menü mit Erdener und Ürziger Weinen aus dem Weingut Dr. Hermann (vier Trauben Gault Millau), die uns unser Collegiat Herr Dr. Thees und der Seniorchef des Weinguts, Herr Rudi Hermann, vorstellen werden.
Die Teilnahmegebühr beträgt insgesamt pro Person 150 €. Bitte melden Sie sich wie immer per E-Mail an Frau Gerda Machau oder per Anmeldekarte an und überweisen die Gebühr auf das Konto des Collegium Vini Postbank PBNKDEFF IBAN DE96 4401 0046 0988 9904 62.

Folgender Zeitplan ist vorgesehen:
08:30 h: Abfahrt Friedrichsdorf
09:00 h: Abfahrt Frankfurt Hbf. Südseite
09:30 h: Abfahrt Wiesbaden Hbf.
11:30 h: Römerkelter Erden
14:00 h: Probe Weingut Markus Molitor
16:45 h: Führung Cusanusstift
18:30 h: Abendessen Graacher Tor
21:30 h: Rückfahrt ab Bernkastel

Ich hoffe, dass das abwechslungsreiche Programm viele Collegiatinnen und Collegiaten, natürlich gerne auch mit Gästen, zur Teilnahme anregt.

Herzliche Grüße
gez. Wilhelm Josef Thiel

Die Weine der Wachau (und des Krems- und Kamptals)

Festliche Weinprobe am 5. April 2017

Unsere beiden Weinfreunde Dr. Dr. Reiner Neuhaus und Georg Weiss haben hier eine vielversprechende Probe zusammengestellt.
Die Pfeile >>> starten übrigens jeweils die Google-Suche nach dem betreffenden Wein bzw. Weingut.

*****
Riesling-Sekt   >>>
Karl Steiniger, Langenlois  >>>
Alk.: 13,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  20 €/ 0,75 l 
Riesling
       
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Federspiel Ried Hochrain 2015  >>>
Jamek, Joching  >>>
Alk.: 12,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  12 €/ 0,75 l 
Weißburgunder
       
Ried Spiegel 2014  >>>
Bründlmayer, Langenlois  >>>
Alk.: 13 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  17,9 €/ 0,75 l 
Grauburgunder
       
*****
Ried Senftenberger Piri 2015  >>>
Nigl, Kremstal-Senftenberg  >>>
Alk.: 12,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  10,5 €/ 0,75 l 
Grüner Veltliner
       
Federspiel Ried Schön 2015  >>>
Högl, Viessling  >>>
Alk.: 12,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  12,51 €/ 0,75 l 
Grüner Veltliner
       
*****
Federspiel Ried Zehenthof 2014  >>>
Holzapfel, Joching  >>>
Alk.: 12 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  13 €/ 0,75 l 
Riesling
       
Federspiel Ried Steinrigl 2015  >>>
Prager, Weissenkirchen  >>>
Alk.: 12,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  16,01 €/ 0,75 l 
Riesling
       
*****
Smaragd 2015  >>>
Knoll, Unterloiben  >>>
Alk.: 13,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  20,01 €/ 0,75 l 
Chardonnay
       
Smaragd, Ried Schloßgarten 2014  >>>
Hirtzberger, Spitz  >>>
Alk.: 13 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  26,66 €/ 0,75 l 
Chardonnay
       
*****
Reserve, Tabor 2013  >>>
Forstreiter, Krems-Hollenburg  >>>
Alk.: 14 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  21 €/ 0,75 l 
Grüner Veltliner
       
Smaragd, Ried Loibner Loibenberg 2007  >>>
Knoll, Unterloiben  >>>
Alk.: 13,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  34,5 €/ 0,75 l 
Grüner Veltliner
       
Smaragd, Ried Rotes Tor 2012  >>>
Hirzberger, Spitz  >>>
Alk.: 13,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  36,5 €/ 0,75 l 
Grüner Veltliner
       
*****
Alte Reben, Reserve, Ried Zöbinger Heiligenstein 2010  >>>
Bründlmayer, Langenlois  >>>
Alk.: 13,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  41,5 €/ 0,75 l 
Riesling
       
Smaragd, Ried Loibner Steinertal 2010  >>>
F.X. Pichler, Dürnstein-Oberloiben  >>>
Alk.: 13 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  44,5 €/ 0,75 l 
Riesling
       
*****
*****
Das Mammut 2012  >>>
Forstreiter, Krems-Hollenburg  >>>
Alk.: 14 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  38 €/ 1,5 l 
Cuvée aus Zweigelt, Sankt Laurent und Rösler
       
*****
Große Reserve 2012  >>>
Sepp Moser, Kremstal-Rohrendorf  >>>
Alk.: 13 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  14,91 €/ 0,75 l 
Blauer Zweigelt
       
Ried Tanzer, Reserve 2012  >>>
Jurtschitsch, Langenlois  >>>
Alk.: 13,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  24,23 €/ 0,75 l 
Zweigelt
       
*****
Ried Anning 2011  >>>
Fred Loimer, Langenlois  >>>
Alk.: 13 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  25,83 €/ 0,75 l 
Pinot Noir
       
Pinot Noir 2011  >>>
Nigl, Senftenberg  >>>
Alk.: 14 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  39 €/ 1,5 l 
Pinot Noir
       
*****
Beerenauslese 2015  >>>
Türk, Stratzing  >>>
Alk.: 9,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  16,32 €/ 0,375 l 
Gelber Muskateller
       
Beerenauslese 2013  >>>
Josef Fischer, Rossatz  >>>
Alk.: 10,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  20,35 €/ 0,375 l 
Riesling
       

Einladung zur Mitgliederversammlung und Festlichen Weinprobe 2017

Sehr geehrte Collegiatinnen und Collegiaten,

wir laden Sie ein zur Mitgliederversammlung des Collegium Vini am

Mittwoch, dem 05. April 2017, um 18 Uhr
im Steigenberger Hotel Bad Homburg, Kaiser-Friedrich-Promenade 69 – 75
61348 Bad Homburg vor der Höhe

Folgende Tagesordnung ist vorgesehen:

1. Zustimmung zur Tagesordnung
2. Genehmigung des Protokolls der Mitgliederversammlung vom 20.04.2016
3. Bericht des Präsidenten
4. Bericht des Schatzmeisters
5. Wahl von zwei Kassenprüfern
6. Ernennung von zwei Ehrenmitgliedern
7. Verschiedenes

Zu TOP 6 unterbreitet der Vorstand der Mitgliederversammlung den Vorschlag, die Herren Guy Bonnefoit und Dieter Sauer in Würdigung ihrer langjährigen herausragenden Verdienste um unsere Vereinigung zu Ehrenmitgliedern zu ernennen.

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung findet um 19 Uhr traditionsgemäß die Festliche Weinprobe mit folgendem Thema statt:

„Die Weine der Wachau“

Zu dieser Veranstaltung (Kostenbeitrag 40 € für Mitglieder, 50 € für Gäste) laden wir Sie ganz herzlich ein und hoffen, dass sie Ihr reges Interesse findet. Während der Probe wird ein Tellergericht gereicht. Gäste sind sehr willkommen. Bitte melden Sie sich per E-Mail an gerda.machau@t-online.de an und überweisen Sie bitte den Beitrag auf das Postbank-Konto des Collegium Vini.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Dr. Klaus Schubäus gez. Dr. Peter Hilgard

Weine der Wachau – am 5.4.17 !

Liebe Collegiatinnen und Collegiaten,

Die Weltkulturerberegion „Wachau“ ist geprägt von der mächtigen Donau, stolzen Burgen, prächtigen Schlössern, imposanten Großklöstern und nicht zuletzt von einer uralten Weinbautradition. Seit dem frühen Mittelalter hatten hier die mächtigsten Klöster des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation ihre Lesehöfe. Im 15. Jahrhundert über 50 an der Zahl, denn drei Viertel der Weingärten befanden sich in kirchlichem Besitz.

Durnstein (CC BY 3.0  Wikimedia Commons 55211656)

Durnstein
(CC BY 3.0 Wikimedia Commons 55211656)

Die typischen Weine, die in dieser bezaubernden Kulturlandschaft auf einer Rebfläche von ca. 1400 Hektar zwischen Melk und Krems wachsen, präsentieren sich uns mit ihren Weißwein-Rebsorten „Grüner Veltliner“, „Riesling“, „Weiß- und Grauburgunder“, „Chardonnay“ und „Muskateller“.
Entscheidend für den so erfolgreichen Weinbau ist neben der Bodenformation (verwittertes Urgestein mit angewehten Lößinseln) das subtile Mikroklima, das von Osten her von der pannonischen Klimazone mit warmen Sommern und kühlen Wintern beeinflusst wird und im Donaubogen von Spitz endet. Vor den kalten Nordwinden schützt die Gebirgsbarriere des Waldviertels (Rand der sogen. „Böhmischen Masse“). Die Reben wachsen auf steilen Terrassen bis zu 200 Metern über der Donau, was einer Seehöhe von 400 Metern entspricht.
Die Klassifizierung der Weinqualitätsstufen mit „Steinfeder“, „Federspiel“ und „Smaragd“, ausgelöst durch den „Glykol-Skandal“ im Jahre 1985, ist weltweit einmalig, denn sie geht in ihren Anforderungen noch über die schon strengen gesetzlichen Vorgaben Österreichs hinaus.

Die besten Lagen erbringen einige der größten Weißweine der Welt mit jahrzehntelangem Entwicklungspotential und Namen wie F. X. Pichler, Emmerich Knoll, Franz Hirzberger, Jamek und Prager sind jedem Weinfreund ein Begriff.

Die Reihe hervorragender Weine der Wachau ließe sich mühelos fortsetzen, wäre da nicht eine sich einstellende Ermüdung des immer Ähnlichen und das fast völlige Fehlen respektabler Rotweine. Wir glauben, diese Manko mit den Weinen des Krems- und Kamptales, um die das Hauptthema des Abends erweitert wird, mehr als ausgleichen zu können.

Kremstal, das ist die Region um die Stadt Krems mit einem kleinen Teil südlich der Donau und in der Hauptsache das Tal der in die Donau mündenden Krems. Selbsterklärend wird der Weinbau im Tal der Kamp und seinen Nebenarmen betrieben, eines Flüsschens, das ebenfalls von Norden kommend, in den großen Strom mündet.

Auch hier dominieren in beiden Gebieten Urgesteine und Lössböden. Hinzu treten in geringem Umfang Lehm (Kamptal) und Schwemm- und Schotterablagerungen im südlich der Donau gelegenen Teil des Kremstals.
Im Großen und Ganzen liegen also ähnliche Bodenverhältnisse und Höhenlagen wie in der Wachau vor, und gleichermaßen beeinflusst das trichterförmig aus Südosten einströmende pannonische Klima diese beiden Weinbaugebiete.
Da aber beide Täler nach Norden geöffnet sind, machen von dort unbehindert einfließende kalte Winde das Klima rauer und Temperaturunterschiede von 25°C sind keine Seltenheit.

Gerade aber dieser gravierende Unterschied zur Wachau verleiht den Weißweinen ihren kristallklaren mineralischen Schliff und ist ideal für die Erzeugung bemerkenswerter Pinots.

Wir freuen uns, Ihnen im Anschluss an die Mitgliederversammlung, am 5. April 2017, um 19 Uhr eine repräsentative Auswahl der besten Gewächse aus diesen Regionen vorstellen zu dürfen.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Dr. Dr. Reiner Neuhaus gez. Georg Weiss

Zu dieser Veranstaltung (Kostenbeitrag 40 € für Mitglieder, 50 € für Gäste) laden wir Sie ganz herzlich ein und hoffen, dass sie Ihr reges Interesse findet. Während der Probe wird ein Tellergericht gereicht. Gäste sind sehr willkommen. Bitte melden Sie sich per E-Mail an gerda.machau@t-online.de an und überweisen Sie bitte den Beitrag auf das Postbank-Konto des Collegium Vini.

Weniger bekanntes Weinland Spanien – Probenliste

Unsere beiden Weinfreunde Dr. Peter Hilgard und Hans-Joachim Kraus haben hier eine Probe zusammengestellt, in der es viel zu entdecken gibt. Ich freue mich darauf, einiges wiederzuschmecken, aber auch viel zumindest für mich Neues zu verkosten.
Die Pfeile >>> starten übrigens jeweils die Google-Suche nach dem betreffenden Wein bzw. Weingut.

Ercavio Blanco 2015 2015  >>>
Bodegas Mas Que Vinos, VdT de Castilla  >>>
Alk.: 13 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  6,5 €/ 0,75 l 
100 % Airen
       
Enate Chardonnay 234 2016  >>>
Enate, DO Somontano  >>>
Alk.: 14 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  9,9 €/ 0,75 l 
100 % Chardonnay
       
*****
Javier Sanz Verdejo 2015  >>>
Bodega Javier Sanz Viticultor, DO Rueda  >>>
Alk.: 13 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  8,9 €/ 0,75 l 
100 % Verdejo
       
Ossian Quintaluna Verdejo 2014  >>>
Bodegas Ossian Vides y Vinos, DO Vinos de la Tierra/I.G.P. (Segovia)  >>>
Alk.: 13,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  9,5 €/ 0,75 l 
100 % Verdejo
       
Naiades 2012  >>>
Bodegas Naia, DO Rueda  >>>
Alk.: 13 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  23,5 €/ 0,75 l 
100% Verdejo
       
*****
Valdesil Godello ‚Montenovo‘ Valdeorras 2014  >>>
Bodegas Valdesil, DO Valdeorras  >>>
Alk.: 13 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  11,9 €/ 0,75 l 
100% Godello
       
Terras Gauda 2015  >>>
Bodegas Terras Gauda,, DO Rías Baixas  >>>
Alk.: 12,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  13,9 €/ 0,75 l 
70 % Albariño, 18 % Caíño Blanco, 12 % Loureiro
       
Zárate El Palomar 2014  >>>
Bodega Zárate, DO Rias Baixas  >>>
Alk.: 13,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  23,5 €/ 0,75 l 
100 % Albariño
       
*****
Enate Rosado 2015  >>>
Enate, DO Somontano  >>>
Alk.: 14 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  9,95 €/ 0,75 l 
100 % Cabernet Sauvignon
       
Enate Tapas Tempranillo 2015  >>>
Enate, DO Somontano  >>>
Alk.: 14,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  6 €/ 0,75 l 
90 % Tempranillo 10 % Cabernet Sauvignon und Merlot
       
*****
Corral de Castro 2013  >>>
Bodega Los Barrancos, Vino de Calidad D.O.P. Granada  >>>
Alk.: 14 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  Spende €/ 0,75 l 
74 % Tempranillo 26 % Cabernet Sauvigon
       
*****
Castillo de Belarfonso 2014  >>>
Bodegas Canopy, DO Méntrida  >>>
Alk.: 14,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  9,5 €/ 0,75 l 
100 % Garnacha
       
Enrique Mendoza Shiraz 2014  >>>
Bodegas Enrique Mendoza, DO Alicante  >>>
Alk.: 14,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  7,50 (14,95) €/ 0,75 l 
100 % Shiraz
       
Ultreia Saint Jacques 2013  >>>
Cia de Vinos del Atlántico, DO Bierzo  >>>
Alk.: 13 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  13,5 €/ 0,75 l 
100 % Mencia
       
*****
Ermita del Conde 2011  >>>
Bodega Ermita del Conde , DO Vinos de la Tierra de Castilla y Leon (Burgos)  >>>
Alk.: 14,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  14,9 €/ 0,75 l 
95 % Tempranillo 5 % Merlot
       
Mano a Mano Tempranilllo ‚Venta La Ossa‘ 2012  >>>
Bodega Mano a Mano, DO Vinos de la Tierra/ I.G.P. Castilla La Mancha  >>>
Alk.: 14 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  18,9 €/ 0,75 l 
95 % Tempranillo 5 % Shiraz
       
Prometus 2013  >>>
Bodegas Prometus, I.G.P. Tierra de Castilla y León  >>>
Alk.: ? Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  9,95 (19,95) €/ 0,75 l 
80 % Tempranillo 20 % Cabernet Sauvignon
       
*****
Mauro San Román 2012  >>>
Bodega y Viňedos Maurodos, DO Toro  >>>
Alk.: 14,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  26,9 €/ 0,75 l 
100 % Tempranillo
       
Quest 2013  >>>
Castell d’Encús, DO Costers del Segre  >>>
Alk.: 14 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  35 €/ 0,75 l 
Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Merlot, Petit Verdot
       
*****
Clos Mogador 2013  >>>
Clos Mogador, D.O.Ca. Priorato  >>>
Alk.: 15 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  59 €/ 0,75 l 
49 % Garnacha 25 % Cariñena 10 % Cabernet Sauvignon 16 % Syrah
       
Clos de l’Obac 1999  >>>
Costers del Siurana, D.O.Ca. Priorato  >>>
Alk.: 13,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  Spende €/ 0,75 l 
35 % Garnacha 10 % Cariñena 35 % Cabernet Sauvignon 10 % Syrah 10 % Merlot
       
*****

Weniger bekanntes Weinland Spanien

Liebe Collegiatinnen und Collegiaten,
wir laden Sie herzlich ein zu unserer ersten Weinprobe im neuen Jahr:

Weniger bekanntes Weinland Spanien

am Mittwoch, dem 15. Februar 2017, um 18:30 Uhr
im Steigenberger Hotel Bad Homburg, Kaiser-Friedrich-Promenade 69

Das Ende des Baubooms in Spanien mit der folgenden Wirtschafts- und Bankenkrise hat auch dem Weintrinker im Lande die Lust am Genuss verdorben. Der Pro-Kopf-Verbrauch der Spanier an Wein sank von einst über 60 Liter/Jahr auf heute 32 Liter/Jahr, das ist nur etwas mehr als in Deutschland (24 Liter/Jahr). Wenn man den Konsum von reinem Alkohol in Spanien mit anderen europäischen Ländern vergleicht, gibt es keine sehr großen Unterschiede. Während die klassischen Weinländer auch die größten Weinkonsumenten sind, wird in Spanien, dem Land mit der größten Rebfläche der Welt (1,1 Mio ha!), heute mehr Bier als Wein getrunken! Da traditionell über die Hälfte der gesamten spanischen Weinproduktion im Lande selbst konsumiert wurde, musste die radikale Veränderung der Trinkgewohnheiten, zusammen mit den wirtschaftlichen (z.B. einer Arbeitslosenquote von 21,6%) und gesellschaftlichen Problemen massive Folgen für die spanische Weinwirtschaft haben. Der enorme Exportdruck und ein damit verbundener Preiskampf kommt wenigstens den Konsumenten zu Gute. Das beste Preis-/Genussverhältnis beim Wein findet man heute in Spanien!
Einst war Spanien ein reines Weißweinland, aber mit der weltweit zunehmenden Nachfrage nach Rotweinen wurden in den letzten Jahrzehnten vornehmlich rote Reben gepflanzt, und heute sind es ziemlich genau 50 % rote Sorten und 50 % weiße Sorten (zum Vergleich: Deutschland 64 % weiße und 36 % rote Sorten). Wenn man dies auf die gesamte Rebfläche projiziert, wird eine erstaunliche Tatsache deutlich, nämlich dass Spanien heute immer noch der größte Weißweinproduzent der Welt ist. Die Sorte Airén ist mit einer Anbaufläche von gegenwärtig 338.635 ha (zum Vergleich: Riesling in Deutschland: 23.293 ha) die am häufigsten angebaute Rebe der Welt. Sie kommt praktisch nur in der Mancha, dem Land des Don Quijote, vor, was die enormen Dimensionen des spanischen Weinbaus verdeutlicht. Etwa die Hälfte der Rebflächen im Lande darf die kontrollierte Herkunftsbezeichnung D.O. (Denominación de origen) tragen. Insgesamt 64 D.O.-Gebiete gibt es gegenwärtig. Weinbauregionen wie die Rioja, Ribera del Duero und Navarra sind in Deutschland gut bekannt, während andere und kleinere Gebiete den Sprung ins Rampenlicht noch nicht geschafft haben.
Ziel der Probe „Weniger bekanntes Weinland Spanien“ ist es, einige Geheimtipps von der Iberischen Halbinsel einem kundigen Publikum vorzustellen. Regionen, die abseits des Mainstreams liegen, verfügen häufig über interessante autochthone Rebsorten oder Pflanzungen internationaler Reben, die das spezifische lokale Terroir zum Ausdruck bringen. Die önologische Reise geht vom galicischen Nordwesten der Halbinsel über das zentrale Hochland Alt- und Neukastiliens zur Mittelmeerküste und in den andalusischen Süden. Es werden Weine der verschiedensten Qualitätsstufen vorgestellt und solche, die als „Autoren-Weine“ keine offizielle Herkunftsbezeichnung tragen und sich als „Super-Reservas“ ins sensorische Gedächtnis vieler Weinfreunde eingeprägt haben.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme an der Weinprobe, Gäste sind selbstverständlich ebenfalls herzlich willkommen.
Der Kostenbeitrag für diese Veranstaltung beträgt für Collegiatinnen und Collegiaten 40 €. Gäste bezahlen einen Kostenbeitrag von 50 €. Während der Probe wird ein Tellergericht gereicht.

Bitte melden Sie sich unter der E-Mail-Adresse Gerda.Machau@t-online.de verbindlich an und überweisen Sie bitte den entsprechenden Betrag.

Mit herzlichen Grüßen

gez. Dr. Peter Hilgard gez. Hans-Joachim Kraus

Jahresbericht 2016 des Präsidenten

„Für Sorgen sorgt das liebe Leben und Sorgenbrecher sind die Reben.“
(Johann Wolfgang von Goethe, West-Östlicher Divan)

Liebe Collegiatinnen und Collegiaten,

zum Ende des Jahres 2016 hoffe ich, dass es Ihnen weniger Sorgen als freudige Momente gebracht hat. Folgen wir der sogenannten öffentlichen Meinung, stehen unser Land, Europa und die Welt vor dem Zusammenbruch. Schon unser Nationaldichter Goethe schrieb über seine Deutschen: „Die Deutschen sind übrigens wunderliche Leute! Sie machen sich durch ihre tiefen Gedanken und Ideen, d ie sie überall suchen und hineinlegen, das Leben schwerer als billig.- Ei, so habt doch endlich einmal die Courage, Euch den Eindrücken hinzugeben, Euch ergötzen zu lassen, Euch rühren zu lassen, Euch erheben zu lassen, ja Euch belehren und zu etwas Großem entflammen und ermutigen zu lassen.“
Wir im Collegium Vini haben im abgelaufenen Jahr diesen Appell nach Kräften befolgt. Die Studienfahrt nach Sachsen, die „schwimmende“ Rheingau-Probe, spannende Weinverkostungen und das festliche Advents-Abendessen im Heidelberger Schloss haben unsere Lebensfreude gesteigert. Höhepunkt im Vereinsjahr war die Studienreise in das sächsische Weinanbaugebiet. Herr Uhl hat uns auf eine Gipfelwanderung durch den sächsischen Weinbau und die sächsische Gastronomie mitgenommen. Ihm stand als kundiger und sympathischer Reiseführer Martin Gräfe aus Radebeul zur Seite, der offenbar Jede und Jeden in Weinbau und Gastronomie des sächsischen Elbtals kennt. Zum Auftakt gleich ein Paukenschlag, das Weingut Klaus Zimmerling in Pillnitz. Seine Rieslinge, Grau- und Weißburgunder und Traminer aus dem Königlichen Weinberg gehören zur deutschen Spitzenklasse, meine Favoriten: Der Spätburgunder-Sekt, der 2012 Riesling VDP Große Lage und der 2003 Riesling Eiswein. Das Ganze dargeboten im stilvoll renovierten Kelterhaus mit den schlanken Skulpturen von Malgorzata Chodakowska, der Ehefrau von Klaus Zimmerling. Abends ein von Herrn Gräfe moderiertes Menü im angesagten Ein Sterne-Restaurant „Elements“ in Dresden Neustadt. Am zweiten Tag verkosteten wir die ebenfalls sehr qualitätsvollen Weine von Martin Schwarz aus besten Steillagen in Meißen und Radebeul, besonders hervorzuheben der Chardonnay 2015 aus dem Barrique, verwechslungsfähig mit einem Meursault. Nach einer Stadtführung in Meissen führte uns die sympathische und engagierte Partnerin des Winzers Tim Strasser durch die Probe im Weingut Rothes Gut Meissen auf der Höhe oberhalb der Stadt, mit Löß- und Lehmböden. Seine Grauburgunder, Scheurebe und -überraschenderweise -ein Hibernal (PIWI) wussten zu überzeugen. Dann ging es auf verschlungenen Straßen nach Zadel, dem größten und prominentesten Weingut in Sachsen, Schloss Proschwitz. Die von einem sehr kompetenten französischen Sommelier, Frederic Fourre, moderierte Probe stellte uns u.a. einen sehr gelungenen Frühburgunder-Sekt und eine rauchig würzige Riesling-Traminer-Cuvee mit schöner Rosennote vor. Das am Freitag besuchte Weingut Aust in Radebeul präsentierte schlanke und nach unserem Gusto etwas sehr säurebetonte Weißweine, die entgegen der Meinung von Weinführern nach unserem Eindruck nicht an das Niveau von Schwarz und Zimmerling heranreichen. Viel Freude hatten wir beim Essen im „Wein und Fein“ von Martin Gräfe in Radebeul. Herr Kastler schenkte uns Weine der „Gemischten Bude“ ein, einer Gruppe kleiner, hoch engagierter Winzer. Ihre Weine zeigten durchweg ein hohes Qualitätsniveau und boten Trinkgenuss. Professor Dr. Rainer Beck, von Haus aus Kunstwissenschaftler, stellte uns als Eigentümer des Weinguts Drei Herren in Radebeul dessen Weine auf der Sonnenterrasse des schönen Restaurants vor. Die zu 95 %aus Steillagen stammenden, aus zweimal selektierten Trauben gekelterten Weine gefielen auf ganzer Linie und zählen zur Gebietsspitze. Zu nennen: eine brillante 2015 Scheurebe, eine hochelegante 2012 Solarfis BA (PIWI) und eine Rotwein Cuvee „Eigensinn“ mit 80 % Cabernet Franc-Anteil, an einen Chinon erinnernd. Krönender Abschluss des Programms war ein Abendessen im Restaurant „Atelier Sanssouci“ in Radebeul mit von Martin Gräfe dazu abgestimmten Weinen. Es bleibt ein hervorragender Eindruck vom kleinen und feinen Anbaugebiet Sachsen, mit einer dynamischen Szene von Winzern und Gastronomen: jederzeit eine Reise wert. Großer Dank an Herrn Uhl für Konzeption und Durchführung dieser überaus gelungenen Fahrt.

Eine „Weinagentin“ gestaltete die erste Weinprobe im Jahr 2016: Dahinter steht das Ehepaar Curtius aus Stuttgart, beruflich mit dem Weinmarketing befasst und spezialisiert auf Weine der neuen Welt – damit berufen, uns „Australien und seine Weine“ vorzustellen. Dies gelang mit vollem Erfolg. Herrn Curtius Präsentation mit Beamer-Einsatz war höchst fachkundig, informationsreich und unterhaltsam. Die Weinauswahl widerlegte noch bestehende Vorurteile gegen die australischen
Weine: wuchtig, alkoholreich, säurearm, holzdominiert. Mitnichten! Wir probierten fein strukturierte, elegante Chardonnays in großer stilistischer Bandbreite, entsprechend den unterschiedlichen klimatischen Verhältnissen. Ebenso punkteten die Rotweine, vielleicht etwas beliebig die Cabernet Sauvignons („Allerweltsrebe“), stärker profiliert die Grenaches und Shiraz, die mit eigenständiger Stilistik auf Augenhöhe mit ihren Verwandten von der Rhone und aus Spanien stehen.

Zu seinem 65jährigen Bestehen zelebrierte das Collegium bei seiner Festlichen Weinprobe anlässlich der Mitgliederversammlung im April „Große Gewächse und ihre Geschwister“. Die – kritische – Würdigung deutscher Spitzenweine ist seit der Gründung des Collegium Vini ein Kernelement seiner Tradition. Die Probe stellte die Großen Gewächse nach der Klassifizierung des VDP denen ohne diese Klassifizierung gegenüber, solchen aus der Zeit vor Einführung der Großen Gewächse und solchen,
die heute die Klassifizierung nicht erhalten. Dies sind restsüße Weine von VDP-Winzern und trockene Weine unterhalb des Prädikats Großes Gewächs sowie Weine von nicht im VDP vertretenen Winzern. Bei der direkten Gegenüberstellung der trockenen Rieslinge eines Jahrgangs hatten die Großen Gewächse gegenüber ihren kleineren Geschwistern die Nase vorn. Sie hatten größere Fülle, mehr Länge und intensivere Aromen. Das bedeutet aber nicht automatisch mehr Trinkgenuss, da sie sättigender und weniger frisch als ihre kleineren Geschwister ausfallen. Es sind Weine zu einem gehobenen Essen und für eine langjährige Reifung. Letzteres konnten ihre Vorgänger, die Spätlesen der besten Winzer, aber auch, wie der 2007 Julius Echter-Berg Silvaner Spätlese von Dr. Wirsching im Vergleich zum 2013 Großen Gewächs aus gleicher Lage demonstrieren. Am höchsten habe ich die am Ende stehenden fünf Weine von der Mosel bewertet: Brauneberger Duffer Riesling Großes Gewächs aus 2013 und 2014, Spätlese 2014 und Auslese 2014 (alle von Fritz Haag) und das 2011 Erdener Treppchen Riesling Auslese von Dr. Hermann. Zusammenfassender Eindruck der Probe war: Es gibt keine Gleichung Großes Gewächs = Spitzenqualität. Überragende deutsche Weine gab und gibt es mit und ohne das Prädikat Großes Gewächs.

Im August ging das Collegium Vini an Bord des kleinen Rheinschiffes „St. Nikolaus I“, dem „Weltkulturerbe-Schiff des Mittelrheintals“ zur ersten schwimmenden Weinprobe, gewidmet dem Rheingau als der romantischen deutschen Weinlandschaft schlechthin. 45 Teilnehmer genossen die Rheinfahrt bei strahlender Sonne von Sankt Goarshausen nach Eltville. Markus Hebgen, ein waschechter Rheingauer, moderierte kompetent und humorvoll die von ihm zusammengestellte Probe. Indem wir an der einzelnen Weinlage vorbeifuhren, hatten wir deren Wein im Glas. Die Verkostung war eine beeindruckende Demonstration der Lagenvielfalt des Rheingauer Rieslings und seines Qualitätspotentials. Von vielen seien genannt: 2015 Bacharacher Hahn von Toni Jost, 2014 Schloss Johannisberg Grünlack Große Lage, 2015 Oestricher Lenchen Spätlese „303″ Große Lage und 2009 Hattenheimer Mannberg Auslese von Langwerth von Simmern. Ein neues „Veranstaltungsformat` des Collegium Vini, erdacht von Klaus Rössler, Chapeau!

Klassiker dagegen sind unsere Vorstellungsproben, die jedoch nicht aus der Mode kommen, wollen wir doch alle erfahren, welche guten Weine der aktuelle Jahrgang in Deutschland hervorgebracht hat. Zuverlässige Weinführer durch den Jahrgang 2015 (2014 bei Rotweinen) waren wiederum die Gebietsbeauftragten. Wenn ich meine Probennotizen anschaue, gab es keine (negative) Enttäuschung, dafür aber viele positive Eindrücke von jungen, aufstrebenden Winzern: Lisa Bunn, Nierstein; Jakob Schneider, Niederhausen/Nahe; Julia Bertram, Ahr; Kraemer, Auernhofen/Tauber; Philipps-Eckstein, Graach; Kastler-Friedland, Radebeul; Josef Ambs, Bötzingen/ Baden. Erwartungsgemäß konnten wir von den Spitzenbetrieben exzellente Weine verkosten, die aus dem Jahrgang das Beste herausholten, einige Riesling-Beispiele: Riesling auf der Mauer (Bassermann-Jordan), Oestricher Lenchen Spätlese (Jakob Kühn), Rauenthaler Baiken Spätlese Crescentic (Hess. Staatsweingüter), Erdener Herzlei Spätlese (Dr. Hermann). Das Fazit könnte lauten: 2015 ist ein Spitzenjahrgang, jedenfalls für edelsüße Rieslinge, für andere Rebsorten dann, wenn die Winzer zu hohe Alkoholgrade vermeiden konnten.

Unser festliches Abendessen im Advent „Wein und Speise“ fand diesmal in einem der größten Touristen-Hot Spots unseres Landes statt, dem Heidelberger Schloss. Würde man erwarten, dass dort ein Sterne-Restaurant ansässig ist? Auf die Schlossweinstube von Martin Scharff hat uns unser vorjähriger Gastgeberin Miltenberg aufmerksam gemacht; beide gehören zur Vereinigung der Jeunes Restaurateurs d“Europe. Und Herr Scharff hat unsere Erwartungen mit einem sternewürdigen Menü erfüllt. Ein köstlicher zarter Rehrücken ist mir besonders in Erinnerung. Herr Simon, Seniorchef des Weinguts Kassner-Simon aus Freinsheim in der Pfalz präsentierte uns dazu Weine seines Betriebs. Die Pärchen harmonierten sehr gut mit den Speisen. Lebhaft wurde darüber diskutiert, welcher Wein am besten zum jeweiligen Gericht passte. Die Weine zeigten erfreuliche Qualität, besonders eine Rieslaner Auslese und der Spätburgunder aus dem Barrique.

Nun ist mir der Jahresrückblick etwas länger geraten, aber beim Schreiben kamen mir so viele schöne Erinnerungen hoch, namentlich an die Sachsen-Reise, da mag ich nicht kürzen. 2016 ist in unserem Verein auch ein Jahr von Abschieden. Gesundheitsbedingt haben zwei herausragende Aktive des Collegiums ihren Austritt erklärt, Guy Bonnefoit und Dieter Sauer. Guy Bonnefoit hat über Jahrzehnte mit seinem einzigartigen Wissen über Weine und Gastronomie das Collegium zu dem gemacht, was es heute ist, einem Kreis von Weinliebhabern mit sensiblem Gespür für Weinqualität, die Verbindung von Wein und Speise und mit der Fähigkeit, sensorische Empfindungen mit Sprache auszudrücken. Seine Studienfahrten nach Frankreich sind legendär, ebenso seine gastrosophischen Veranstaltungen in der Jahrhunderthalle. Dieter Sauer hat als Präsident über viele Jahre das Collegium Vini mit Autorität, Umsicht und klarer Strategie erfolgreich geführt. Er hat nicht darin nachgelassen, das kulturelle Element unserer Vereinsarbeit hochzuhalten. Die Vorstellung einer beliebigen Zechgemeinschaft war ihm ein Graus. Großartige Abende verbinden sich mit seiner Person: Mythos Wein mit Meinhard lirewenig, unsere Jubiläumsfeier zum 50sten in der Alten Oper, Österreich-Proben u.v.m. Horst Dietzel legt zum Jahresende sein langjährig ausgeübtes Amt als Koordinator einer der Vorstellungsproben nieder. Deren Dauererfolg darf er sich zugute schreiben, dank kluger Probenkomposition und wissensreicher Moderation. Erhalten bleibt er uns als Gebietsbeauftragter für den Mittelrhein.
Unser langjähriger früherer Präsident Dr. Jochen Bauke legt sein Amt als Gebietsbeauftragter für die Mosel nieder. Als profunder Weinkenner und begnadeter Rhetoriker hat er sich hohes Ansehen unter den Collegiaten erworben. Wir freuen uns, dass er uns als Verkoster und Diskutant erhalten bleibt. Allen vier verdienten Aktiven spreche ich hiermit meinen herzlichen Dank aus und hoffe, dass sie auch künftig in Verbindung mit uns bleiben.
Es freut mich, hier auch über Zugänge im Führungskreis des Collegium Vini berichten zu können: Dr. Ulrich Wanner-Laufer verstärkt und verjüngt unseren Vorstand. Dr. Peter Beck übernimmt das Anbaugebiet Rheinhessen, Wilhelm Josef Thiel das Anbaugebiet Mosel und Simon Sachs (nach spontaner Akklamation in der Mitgliederversammlung!) das Amt des Koordinators einer der Vorstellungsproben. Diese Beispiele mögen Schule bei den Collegiatinnen und Collegiaten machen!
Mein Dank gilt allen, die im Berichtsjahr zum Erfolg unserer Vereinsarbeit beigetragen haben und unseren Mitgliedern, die in erfreulichem Maße die Veranstaltungen besucht haben.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen Gesundheit und Glück für 2017 und natürlich viel, wenn auch maßvollen Weingenuss, auch und vor allem im Collegium Vini!
Mit den besten Grüßen
Ihr
gez. Dr. Klaus Schubäus
Präsident

Gastrosophischer Jahresausklang in Scharffs Schlossweinstube

Unser lieber Dr. Schiller hat auf seinem Blog „schiller-wine“ den Gastrosophischen Jahresausklang in Scharffs Schlossweinstube in Wort (auf englisch) und Bild hervorragend dokumentiert und kommentiert.

Das Collegium Vini wünscht allen Mitgliedern, Gästen, Winzern und allen Freunden frohe Weihnachten und ein gutes Jahr 2017 mit Gesundheit und schönen Weinerlebnissen.

Mit den besten Grüßen

Klaus Schubäus